Ab wann braucht man genehmigung für terrasse dormagen

Technische anforderungen (din, bauo NRW)

auch eine genehmigungsfreie terrasse muss standsicher sein und den allgemein anerkannten regeln der technik entsprechen. Dies beinhaltet insbesondere die fachgerechte gründung und lastabtragung.
  • Standsicherheit (§ 3 bauo NRW)

    jedes bauvorhaben, ob genehmigungspflichtig oder nicht, muss standsicher sein. Das bedeutet, dass die terrasse und ihre fundamente die auf sie einwirkenden lasten (eigenlast, möbellasten, personenlasten, schneelasten gemäß din en 1991-1-3) sicher in den baugrund ableiten müssen, ohne dass es zu unzulässigen verformungen oder schäden kommt.
  • Fundamentbemessung (din en 1997-1 / eurocode 7)

    die bemessung von fundamenten erfolgt nach din en 1997-1 (eurocode 7) in verbindung mit dem nationalen anhang din en 1997-1/na. Eine frostfreie gründung ist in NRW üblicherweise bis zu einer tiefe von mindestens 80 cm erforderlich, um frosthebungen zu verhindern.
  • Erdarbeiten (din 18300 vob/c)

    die ausführung von erdarbeiten, wie aushub und verfüllung, sollte gemäß din 18300 (vob/c, erdarbeiten) erfolgen, um eine tragfähige grundlage zu schaffen und setzungen zu minimieren.

üBliche fundamenttypen für terrassen

fundamenttyp mindesttiefe material kostenschätzung (material & arbeitszeit pro einheit)
punktfundament (für holz- oder stelzenterrassen) 80 cm (frostfrei) ortbeton c20/25, ggf. Bewehrung ca. 80-150 € pro fundament (0,25 m x 0,25 m x 0,80 m)
streifenfundament (für massive terrassenmauern) 80 cm (frostfrei) ortbeton c20/25, ggf. Bewehrung ca. 120-200 € pro laufendem meter (30 cm breit)
betonplatte (vollflächig auf schotterbett) 15-20 cm platte, 80 cm gründung (unter frostschürze) ortbeton c25/30, bewehrungsmatte q188, schotter ca. 80-150 € pro m² (inkl. Unterbau)
platten- oder gehwegplatten auf splittbett (ebenerdig) kein fundament im klassischen sinne, aber 30 cm tragfähiger unterbau splitt 2/5, frostschutzschicht aus schotter 0/32 ca. 30-60 € pro m² (exkl. Platten)
die genannten kostenschätzungen dienen lediglich zur groben orientierung und können je nach region, anbieter und spezifischem projekt stark variieren. Eine detaillierte angebotseinholung ist stets ratsam.

Schritt-für-schritt: die planung ihrer terrasse in dormagen

  1. Schritt 1: dimensionen und lage prüfen

    messen sie die geplante grundfläche und die maximal mögliche höhe ihrer terrasse über dem geländeniveau. Vergleichen sie diese werte mit den kriterien für die genehmigungsfreiheit gemäß § 62 abs. 1 nr. 3 bauo NRW (max. 30 m² grundfläche, max. 1,00 m höhe über gelände, keine überdachung). Prüfen sie auch, ob die abstandsflächen zu nachbargrundstücken (min. 3,00 m in NRW, können durch bebauungsplan abweichen) eingehalten werden können. Eine terrasse darf die abstandsflächen des hauptgebäudes nicht unterschreiten.
  2. Schritt 2: lokale bebauungspläne und satzungen einsehen

    informieren sie sich beim bauamt der stadt dormagen über eventuell vorhandene bebauungspläne für ihr grundstück. Diese können spezielle festsetzungen zur art, größe oder lage von nebengebäuden und anlagen wie terrassen enthalten, die von den allgemeinen regeln der bauo NRW abweichen oder diese ergänzen (z.B. Gestaltungsvorschriften).
  3. Schritt 3: baugrund beurteilen und fundament wählen

    auch wenn genehmigungsfrei, muss die standsicherheit stets gewährleistet sein. Führen sie eine einfache bodenprobe durch: bohren oder graben sie 60 cm tief. Bei klebrigem, rissigem material handelt es sich wahrscheinlich um lehm, bei körnigem material um sand oder kies. Bei lehmboden in NRW ist eine frostfreie gründung von mindestens 80 cm tiefe (gemäß din en 1997-1 und din 18300, abschnitt 3.2.1) zwingend erforderlich. Wählen sie den geeigneten fundamenttyp (punkt-, streifenfundament oder platte) basierend auf der terrassenkonstruktion und dem baugrund.
  4. Schritt 4: planung der entwässerung

    eine fachgerechte entwässerung ist entscheidend, um staunässe und schäden am gebäude und an der terrasse zu vermeiden. Planen sie ein gefälle von mindestens 1-2 % von der gebäudewand weg. Bei bedarf kann eine drainage oder ein sickerpaket unter der terrasse notwendig sein, insbesondere bei bindigen böden.
  5. Schritt 5: dokumentation und fachberatung

    fertigen sie skizzen und fotos des geplanten vorhabens an. Bei unsicherheiten bezüglich der genehmigungspflicht, der statik oder der baugrundverhältnisse ziehen sie unbedingt einen fachplaner (z.B. Architekt oder baustatiker) hinzu. Dies erspart ihnen im zweifelsfall teure korrekturen.